Wetlands wie Moore, Sümpfe, Marschen oder Salzwiesen gewinnen im Kontext gegenwärtiger ökologischer Krisendiskurse zunehmend an ökologischer, kultureller und wissenspolitischer Bedeutung. Der Beitrag untersucht Wetlands als relationale Zwischen-Räume gegenhegemonialer Wissensproduktion in der künstlerischen Forschung. Im Zentrum stehen Paula McCloskeys und Sam Vardys „Myths for a Wetlands Imaginary“ (2019) sowie Brady Marks’ und Mark Timmings’ „Wetland Project“ (seit 2016), die Wetlands mittels Performance Walks, Mythopo(i)esis, Soundscapes und kollaborativer Praktiken als mehr-als-menschliche Akteur:innen perspektivieren. Ausgehend von dekolonialen, ökokritischen und neu-materialistischen Ansätzen zeigt sich, dass die fluide Materialität dieser Ökosysteme als prozessuale, eigensinnige und von vielfältigen Verstrickungen geprägte Räume lineare, anthropozentrische und kolonial geprägte Vorstellungen von Raum, Zeit und Natur irritieren kann. Künstlerische Forschung an, in und mit Wetlands wird so als situierte, multisensorische und relationale Praxis sichtbar, die alternative Formen ökologischer Wahrnehmung und Wissensproduktion eröffnet.
