An den Grenzen Europas materialisiert sich Wasser als Knotenpunkt von Konflikten und wird in unterschiedlichen Kräfteverhältnissen wirksam. Wasser ist nie reine Naturgewalt, sondern verweist stets auf seine Indienstnahme innerhalb politischer Gefüge. Ausgehend von den Dokumentarfilmen Havarie (Philip Scheffner, 2016) und Purple Sea (Amel Alzakout mit Khaled Abdulwahed, 2020) sowie journalistischem und literarischem Material protokolliert die Autorin Formen der Wassergewalt und entwickelt ein Denken des Flüssigen entlang des EUropäischen Grenzregimes. Hierfür geht sie der politischen Neutralisierung des Wassers nach, verweist auf die Leerstellen, die die vermeintliche Kontaktlosigkeit der flüssigen Gewalt im Mittelmeer erzeugt und folgt Praktiken des Widerständigen, die die Wassergewalt durchkreuzen.
